Hallo zusammen

Ich habe verdammt wenig über Abell 82  herausgefunden. Abell 82 hat einen Durchmesser von 94“ Bogensekunden ohne äußere Schale.

Eine scheinbare Helligkeit von 12,7 mag. Zentralstern 14,9 mag.

Der Zentralstern gibt mir ein Rätsel auf. Ich dachte immer es müsste ein weißer Zwerg sein ?

Ich sehe kein Zentralstern der ein weißer Zwerg ist, sondern ein K0 Stern. Der blaue Stern ist zu weit von der Mitte entfernt.

 

Im VDS Journal steht Heft 52

 

Die anregenden Zentralsterne der PN sind grundsätzlich blau, weil ihre Temperaturen überaus hoch sind. Sollte ein Zentralstern gelb oder sogar orange sein, so kann sein Licht unter Umständen stark gerötet sein durch die Materie im PN selbst. Der gerötete „Zentralstern“ könnte auch ein Vordergrundstern sein, der den eigentlichen Zentralstern überstrahlt. Inzwischen wurde durch Messungen im UV-Bereich nachgewiesen, dass kühle, rötliche Zentralsterne oft eine heiße blaue Doppelsternkomponente besitzen, die den PN anregt.

 

Zwei Astrokollegen haben mir jetzt dabei weitergeholfen.

 

Es gibt eine interessante Publikation aus 2010, von W.A. Weidmann und R. Gamen. Die haben Zentralsterne von verschiedenen PN untersucht, und zwar mit 2,15 m Öffnung. Bei Abell 82 haben sie keinen blauen Begleiter gefunden, aber in ihrer Tabelle 4 den klaren Hinweis gegeben, dass ein Doppelstern vorliegt. Dann steht dort auch ein weiterer Hinweis auf einen Artikel aus 1999 (R. Ciardullo et al.)

 

Abell 82 hat einen Durchmesser von etwa 90“ und wurde in unser Programm als ein Kandidat für

Doppelsterne aufgenommen weil, wie berichtet von Kaler & Feibelmann (1985), es einen relativ

hellen Stern späten Typs im Zentrum des Nebels gibt. Kaler & Feibelmanns IUE-Spektren zeigten ein

schwaches, offensichtlich gerötetes UV Kontinuum in der 10“ * 20“ Öffnung des Instruments, aber

die abgeleitete Farbtemperatur war viel zu niedrig um die Ionisation des Nebels erklären zu können.

Das zentrale Objekt hat ein K-typ-Spektrum (Kaler & Feibelmann 1985) und Farbindices von V=14.90,

B-V=1.28 und V-I=1.36 (Kwitter, Jacoby & Lydon 1988 und unseren HST Messungen). Kwitter et al.

Schlugen vor, dass das Bild des K-Sterns den wahren PNN auf Bodenbasierten Fotographien maskiert

(vgl. den Fall von K1-14 oben), aber wir finden keinen Anhaltspunkt auf unseren HAST Aufnahmen für

irgendein blaues Objekt nahe des Zentrums des Nebels. Alternativ schlugen Kaler& Feibelmann

(1985) ein schwaches Objekt 6“ n

Nordwest des K-Sterns als den PNN vor, aber unsere Fotometrie

(V=18.15, V-I=1.10) zeigt dass dieser Stern nicht blau ist. Tatsächlich ist das blauste Objekt auf

unserem Frame ein Stern mit V= 12.85 und V-I=0.35 19“ Südwest des K-Sterns. Dieser Stern könnte in

der IUE-Apertur gelegen haben, falls das Pointing leicht inakkurat war und könnte die gerötete

Quelle sein, die von Kaler & Feibelmann detektiert wurde. Jedoch ist diese zu weit vom Zentrum

entfernt um der Zentralstern des PN zu sein.

IUE= International Ultraviolet Explorer (Satellit)

In Blick auf die obigen Unklarheiten haben wir die IUE Beobachtungen näher untersucht mit Hilfe von

Kopien der Originalbeobachtungsskripte, die uns freundlicherweise von W. A. Feibelmann zur

Verfügung gestellt wurden. Zwei Kurzwellenlängenspektren wurden erhalten, SWP 19771 (1983; 20.

April; 25 min), zeigt keine überzeugende Detektion , und SWP 19908 (1983, 5. Mai; 120 min), wo das

gerötete Kontinuum detektiert wurde und die Quelle gut zentriert im Zentrum zeigt. Für beide

Beobachtungen wurde ein Blind-offset vom nahen Stern 11. Größe gemacht auf die Koordinaten des

PN-Zentrums. Unsere Messungen auf dem DSS zeigen, dass das resultierende Pointing etwa 10“

westl. des K-Sterns 14. Größe wäre und es so verfehlt hätte oder bestenfalls am Rand der Apertur

gezeigt hätte, Jedoch deuten die handgeschriebenen Notizen des Operators darauf hin, dass eine

mögliche zweite Teleskopbewegung durchgeführt wurde auf einen „zweiten Zentralstern“. Wir

spekulieren, dass dies der Stern mit 12.8 mag Südost des K-Sterns gewesen sein könnte. In diesem

Fall würde das schwache UV-Spektrum gut erklärt. Dann aber scheint es so, dass das IUE den

Zentralstern des PN nie beobachtet hat.

Es bleiben zwei plausible Schlussfolgerungen: Entweder der heiße Zentralstern ist ein schwacher,

nicht aufgelöster Begleiter des K-Sterns; oder ein Wiedergeburtszenario (nächster Abschnitt) für den

K-Stern könnte als möglich erachtet werden. Weitere boden- und Weltraumbasierte spektroskopische

Untersuchungen des PNN werden benötigt.

 

 

Teleskop: 10“ Newton  Brennweite 1250mm

Kamera : Trius H9

Ha   45 x  10 min

OIII  26 x 10 min

 

Gruß Frank